Pferdepsychologie Linda Schüller

Leider kommt es immer wieder vor, dass Pferde im Stall oder auf der Weide von Unbekannten verletzt, misshandelt oder missbraucht werden.

Einige Betroffene haben sich nun zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen.
Wir sind ein Netzwerk von Betroffenen und wir möchten dir Mut machen. Wir haben selbst erfahren, was es bedeutet, wenn Befürchtungen oder auch Tatsachen nicht ernst genommen werden, wenn das Erlebte herunter gespielt oder schlicht nicht geglaubt wird. Wenn man nicht weiß, was man tun kann, um sein Pferd zu schützen.
Wir möchten dich und dein Pferd unterstützen, wenn du auch die schlimme Ahnung oder Gewissheit hast, dass deinem Pferd etwas angetan worden ist.

Als Pferdepsychologin koordiniere ich das Bündnis und stehe als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Zeigt dein Pferd Verhaltensweisen, die du dir nicht erklären kannst?
Hat dein Pferd einmalig oder immer mal wieder Verletzungen, für die du keine Erklärung finden kannst?
Hast du das Gefühl, dass sich auf deinem Hof, im Stall, in der Box deines Pferdes Menschen aufhalten, die dort nichts zu suchen haben, und die deinem Pferd nicht wohlgesonnen sind?

Kontaktiere uns ganz unverbindlich. Deine Daten sind bei mir sicher, du entscheidest, ob du Kontakt nur zu mir oder auch zu anderen aus unserem Netzwerk aufnimmst.

Du erhältst bei uns Tipps zum weiteren Umgang mit deinem Pferd, möglichen Änderungen an der Box, Tipps bzgl. Überwachungsmöglichkeiten, persönliche (je nach Entfernung) oder mindestens moralische Unterstützung bei Erstattung einer Anzeige, und vor allem das Gefühl, dass du NICHT ALLEINE BIST!

Häufige Fragen:

Wie kann ich Gewissheit bekommen?

Videoüberwachung einer einzelnen Box oder eines kleinen Stall/Paddock-Bereichs ist bereits relativ günstig mit Hilfe einer Wildkamera möglich. Eine solche Kamera ist in der Lage, mit Hilfe von Infrarot-Licht auch brauchbare Nachtaufnahmen zu machen und kann in der Regel so eingestellt werden, dass die Aufnahme erst startet, wenn Bewegung vor der Linse ist.

Solltest du bereits frische Verletzungen an deinem Pferd entdeckt haben, ziehe einen Tierarzt zu Rate. Leider gibt es auch unter den Tierärzten Menschen, die nicht an derartige Übergriffe glauben und das auch kundtun. Lass dich davon nicht verunsichern. Bei Bedarf kannst du bei uns eine Empfehlung für eine Tierarztpraxis bekommen, in der die Verletzungen objektiv beurteilt werden und deren Tierärzte sich auch gemeinsam mit dir den Stall und die Weide anschauen, ob dort gefährliche Gegenstände/Bauten vorhanden sind, an die man im ersten Moment nicht denkt. Es kommt auch nicht selten vor, dass man sich eine Verletzung zunächst nicht erklären kann, dann aber doch einen blutverschmierten Nagel in der Boxenwand entdeckt oder Verletzungen auftreten, die durch die Tränke oder Ähnliches entstanden sind. Gute Tierärzte schauen genau hin.

Wie gehe ich damit um, dass mir keiner glaubt?

Vielleicht wird dir vorgeworfen, dass du übertreibst, eine Helikopter-Pferdebesitzerin zu sein oder dein Pferd krank zu schauen. Vielleicht gibt es solche Fälle auch tatsächlich.
Bedenke, dass dein Umfeld vermutlich selbst schockiert ist oder einfach nicht mit der Situation und dem Verdacht umzugehen weiß und dass Verdrängung eben einfacher ist, als sich mit einer unangenehmen Situation auseinander zu setzen.
Wenn du eine Verletzung an deinem Pferd entdeckst, bist du vielleicht auch besorgt, erschreckt und erst mal etwas durcheinander. Suche dir eine Vertrauensperson, mit der du deine Gedanken und Gefühle sortierst. Wenn du keine solche Person finden kannst, wende dich gerne an uns. Für eine Anzeige sind objektive Hinweise erforderlich. Vielleicht können wir diese gemeinsam erarbeiten.

Wie viele Fälle gibt es im Umkreis?

Diese Frage wird in der nächsten Zeit noch etwas konkretisiert werden.

Eine erste Anfrage in einer Tierarztpraxis ergab die Zahl von etwa 4-5 Fällen im Jahr, in denen die Untersuchung eines von Unbekannten verletzten Pferdes erfolgt. Die Fälle, in denen Pferde „nur“ missbraucht, aber nicht körperlich verletzt werden, sei sicherlich viel höher.

Warum werden nur wenige Fälle öffentlich bekannt?

Häufig fühlt man sich als Besitzer/in nach einem Übergriff auf das Pferd auch persönlich betroffen. Hier ist es oftmals ähnlich wie mit Opfern einer Vergewaltigung, es kommt ein Gefühl der Scham dazu und man möchte sich am liebsten zurückziehen. Wenn dann noch Zweifel oder Kritik von außen dazu kommen, fällt der Gang zur Erstattung einer Anzeige doppelt schwer.

Viele Stallbetreiber möchten nicht, dass eine solche Tat auf ihrem Grundstück öffentlich bekannt wird, da sie Angst vor negativer Reputation haben.
Das ist in meinen Augen jedoch der falsche Weg, hier erfolgt eine Stigmatisierung des Opfers, bzw. des Besitzers des betroffenen Pferdes. Nachbarn können nur die Augen offen halten, wenn sie wissen, welche Gefahren drohen.Letztlich ist kein Pensionsstall vor einem Übergriff auf die Pferde gefeit, da selbst abgeschlossene oder videoüberwachte Ställe keine 100% Sicherheit darstellen.

Wie sieht die Gesetzeslage aus?

Da ich keine Rechtsanwältin bin, erhältst du hier natürlich keine rechtssichere Auskunft.
Sexuelle Handlungen an und mit Tieren bezeichnet man als Sodomie bzw. neudeutsch als Zoophilie.
Gemäß § 3 Nr. 13 Tierschutzgesetz ist es verboten, ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen. Gemäß § 18 Abs.4 Tierschutzgesetz handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig einem Verbot nach § 3 Satz 1 zuwiderhandelt.

Soweit, so traurig.

Ein Pferd vorsätzlich zu verletzen oder sexuell zu missbrauchen ist leider nur eine Ordnungswidrigkeit.
Dazu kommt ggf. Hausfriedensbruch betreffend den Stall oder das Grundstück, dieser muss aber vom Hausherrn selbst angezeigt werden.
Das deutsche Rechtssystem erkennt Tiere als Sache an, und eine Sache hat keine Seele.
Aber jeder, der einem Pferd einmal in die Augen geschaut hat, weiß, dass dem nicht so ist. Pferde fühlen genau wie wir, und sie haben meiner Meinung nach ein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit.

Was geht in dem Pferd vor?

Wie das Pferd mit einer solchen Erfahrung oder Erfahrungen umgeht, ob ein seelisches Trauma entsteht oder eine Verhaltensauffälligkeit auftritt, ist höchst individuell und von Pferd zu Pferd unterschiedlich.

Ein Trauma entsteht durch einen seelischen Schock oder eine starke seelische Erschütterung. Nicht jedes Pferd, das nach eine Misshandlung oder einem Missbrauch eine Verhaltensänderung zeigt, muss jedoch auch traumatisiert sein.
Mit einem Trauma einher gehen der Verlust des Körpergefühls. Zum Schutz der Seele zieht sich ein Individuum nach innen zurück, man spricht beim Pferd auch von erlernter Hilflosigkeit. Das Pferd ist hyperreguliert und reagiert nicht mehr artgemäß auf äußere Reize.

Wie kann ich meinem Pferd helfen?

Gib deinem Pferd Zeit. Ein traumatisiertes Pferd ist bereits emotional überfordert. Verlange nicht zu viel von ihm und habe Verständnis für emotionale Ausbrüche. Emotionen sind wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten.
Aber bedaure dein Pferd auch nicht. Pferde spiegeln unsere Emotionen, und wenn wir unsicher sind, wird sich auch dies auf das Pferd übertragen.

Wie kann ich mir selbst helfen?

Häufig fühlt man sich als Besitzer/in nach einem Übergriff auf das Pferd auch persönlich betroffen. Hier ist es oftmals ähnlich wie mit Opfern einer Vergewaltigung, es kommt ein Gefühl der Scham dazu und man möchte sich am liebsten zurückziehen.
Du hast nichts falsch gemacht!
Du kannst uns ansprechen und mit uns in den persönlichen Austausch gehen. Du kannst dir einen Therapeuten suchen.

Was kann ich als Stallbetreiber tun?

Zeige Verständnis für die Sorgen deiner Einstaller. Ein Übergriff auf ein Pferd auf deinem Hof ist nicht dein Fehler, du kannst die bei dir eingestallten Pferde nicht 24h überwachen und schützen. Erlaube Videoüberwachung und Nachtwachen.
Im besten Fall zeigt eine Videoaufnahme, wie ein Pferd sich auf unerwartete Weise doch selbst in der Box verletzt. So kann allen Beteiligten die Sorge genommen werden.
Wenn du deine Aktionen öffentlich machst, wirst du im Ansehen anderer Pferdehalter steigen, weil du am Wohl des Pferdes und nicht nur an deinem eigenen Wohl interessiert bist.
Du kannst Überwachungskameras, Kamera-Atrappen und Schilder bzgl. der Videoüberwachung installieren. Bewegungsmelder mit großen, hellen Lampen auf dem Hof (jedoch bitte nicht im Pferdebereich selbst) helfen, lichtscheues Gesindel von deinem Hof fernzuhalten.

Mache Vorfälle auf deinem Hof öffentlich! Auch du bist ein Opfer, und nach einem solchen Vorfall ist es besonders wichtig, dass alle Beteiligten, Angestellte, Einstaller und auch Nachbarn die Augen offen halten!
Übrigens: Hinter vorgehaltener Hand wird ohnehin herumerzählt, an welchem Stall etwas passiert ist. Du kannst wählen, ob du offensiv mit dem Thema umgehst, oder den Gerüchten Raum gewährst.

Was kann ich als Miteinstaller tun?

Zeige Verständnis für die Sorgen deiner Nachbarn. Halte die Augen offen. Sprich unbekannte Personen auf dem Hof an. Vielleicht sucht diese Person nur Jemanden, aber wenn die Person etwas Böses im Sinn haben sollte, sieht sie, dass die Leute hier wachsam sind, und es wird dieser Person zu gefährlich erscheinen zurückzukehren.
Du kannst andere Einstaller, die sich negativ über den Vorfall oder die Betroffene äußern, darauf hinweisen, dass kein Pferd immun gegen einen Übergriff ist.
Viele traurige Beispiele zeigen, dass auch Wallache nicht automatisch geschützt sind.

Was kann ich als Außenstehende/r tun?

Bist du nicht selbst betroffen, möchtest aber trotzdem helfen, derartige Taten zu verhindern oder zumindest aufzudecken? In mehreren Fällen haben Nachtwachen im Stall einen Täter auf frischer Tat ertappen und so überführen können. Melde dich bei mir, wenn du deine Hilfe anbieten möchtest. Im besten Fall wird deine Hilfe nicht erforderlich werden, im schlimmsten Fällen haben wir aber einfach mehr Ansprechpartner, die wir um Unterstützung bitten können.

 

Du findest auf meiner Seite keine Fotos und keine detaillierte Beschreibungen der Taten, da ich die Täter nicht auf meine Webseite locken möchte.

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