Pferdepsychologie Linda Schüller

Umfrage Schwangerschaft & Pferd

Die Umfrage startete mit folgendem Aufruf:
„Du bist schwanger oder hast vor kurzem entbunden und erinnerst dich noch daran, wie sich die Beziehung zu deinem Pferd während der Schwangerschaft ggf. verändert hat?“

Ich freue mich sehr, dass 167 Frauen meinem Aufruf gefolgt sind!

Ich wollte wissen, wovon es abhängt, ob ein Pferd die Schwangerschaft einer Frau bemerkt, unterstützt oder ablehnt. Ist hierfür eine gewisse Intensität der Beziehung zwischen Mensch und Pferd Voraussetzung, oder hängt es in erster Linie vom Pferd und seinen Erfahrungen ab?

So habe ich unter anderem nach Alter, Geschlecht und Haltungsform, nach Erfahrungen des Pferdes mit der eigenen Fohlenaufzucht, nach dem Alter der Frau und dem Geschlecht des erwarteten Babys gefragt. Ich habe mir die regelmäßigen gemeinsamen Aktivitäten von Pferd und Mensch angesehen und auch Angaben bzgl. des Kontakts des Pferdes zu weiteren Menschen erhalten, z.B. beim Füttern, im Beritt oder durch Reitbeteiligungen.

Der vollständige Fragebogen befindet sich im Anhang.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Großteil der Pferde (62%) die Schwangerschaft einer Frau bemerkt und unterstützt, in dem es sich besonders rücksichtsvoll verhält. Dieses Ergebnis lässt sich unabhängig von der Intensität der Beziehung zwischen Mensch und Pferd sowie unabhängig vom Pferdetyp und den individuellen Erfahrungen darstellen.
Die einflussreichsten Faktoren scheinen zum einen das Geschlecht des erwarteten Babys, zum anderen das Alter der gebärenden Frau zu sein.
Es scheint, dass auf weibliche Kinder im Mutterleib mehr Rücksicht genommen wird als auf männliche.
Rücksichtsvolleres Verhalten wird vor allem von jüngeren Frauen beobachtet, Rangordnungsprobleme vermehrt von älteren Frauen beschrieben.

Die Auswertung im Einzelnen

An der Umfrage „Schwangerschaft und Pferd“ haben insgesamt 167 Frauen teilgenommen.
Die altersmäßige Verteilung ergab ein breites Feld von unter 18 (1%) bis über 35 Jahren (13%). Es erfolgten Angaben von Erstgebärenden als auch von Frauen die bereits 4 oder mehr Schwangerschaften durchlebt haben.

Der Großteil der Teilnehmerinnen (79%) besitzt 1 oder 2 Pferde, 5% der Teilnehmerinnen besitzen 10 oder mehr Pferde.
Für die Umfrage wurde bezüglich der Frage nach dem Verhalten des Pferdes stets das Pferd herangezogen, zu dem die Teilnehmerin die engste Beziehung hat.

Bei diesem Pferd handelte es sich in 47% der Fälle um eine Stute, in 52% um einen Wallach und in einem Fall um einen Hengst.

Die Zeit, die Pferd und Besitzerin bereits miteinander verbracht haben, reicht in den Antworten von „weniger als 6 Monate“ (4%) bis „länger als 5 Jahre“ (53%). Das Alter der Pferde wird angegeben mit „0-4 Jahre“ (5%) bis „älter als 24 Jahre“ (3%).
57% der hier beschriebenen Pferde werden in einem Offenstall gehalten, die übrigen Pferde leben in einer Box (davon 28% mit Paddock) und erhalten täglich Ausgang mit der Herde. Reine Boxenhaltung wird als Haltungsform nicht genannt.
Die Pferderassen sind bunt gemischt von Andalusier bis Wielkopolski.

39 der 79 insgesamt beschriebene Stuten haben ein oder mehrere Fohlen bekommen, das entspricht etwa 49%.
29% aller Befragten geben an, den Kontakt zum Pferd während der Schwangerschaft reduziert zu haben.

Es erfolgt eine Auswertung anhand der folgenden Fragen:

1) War es während deiner Schwangerschaft dir gegenüber rücksichtsvoller als sonst?

2) Hat dein Pferd während der Schwangerschaft deine ranghöhere Position in Frage gestellt oder sogar die ranghöhere Position übernommen?

3) Hat es plötzlich Aggressionen dir gegenüber gezeigt?

4) Hat dein Pferd mit seinem Kopf die Nähe deines Bauches gesucht?

5) Keinerlei beobachtete Veränderungen

Zu 1: War es während deiner Schwangerschaft dir gegenüber rücksichtsvoller als sonst?

62% aller Befragten geben an, dass ihr Pferd während ihrer Schwangerschaft rücksichtsvoller als sonst gewesen sei.

Von den hier beschriebenen Pferde werden 57% im Offenstall, 43% in einer Box gehalten. Es handelt sich in 48% der Fälle um eine Stute, in 51% der Fälle um einen Wallach, in einem Fall um einen Hengst.

53% der Teilnehmerinnen, die ein verändertes Verhalten bei ihrem Pferd beobachtet haben, halten dieses Pferd seit mehr als 5 Jahren. Es gibt jedoch auch Angaben zu rücksichtsvollerem Verhalten von Pferden, die erst 3-5 Jahre (18%), 1-3 Jahre (16%), ½-1Jahr (7%) oder weniger als 6 Monate (6%) bei der Besitzerin sind.
Bis hier ergibt sich jeweils keine statistische Auffälligkeit, da die Verteilung in etwa der Verteilung in der gesamten Umfrage entspricht.
In Bezug auf die genannten Rassen der Pferde ergibt sich ebenfalls keine Auffälligkeit.

Betreffend die Altersstruktur der Pferde fällt auf, dass über rücksichtsvolleres Verhalten ab einem Alter von 4 Jahren gehäuft berichtet wird. Bei lediglich einem von 8 der 0-4 jährigen Pferden insgesamt wurde rücksichtsvolleres Verhalten beobachtet, wohingegen 81% der 4-8 jährigen rücksichtsvolleres Verhalten an den Tag legten.
Hier scheint also eine gewisse Reife des Pferdes vorhanden sein zu müssen.

Bedenkt man, dass 49% aller insgesamt genannten Stuten selbst Fohlen bekommen haben, eine erhöhte Rücksichtnahme jedoch in 48% der Fälle eine Stute und in 51% der Fälle ein Wallach gezeigt hat, scheint auch dies hier keine besondere Bedeutung für eine Verhaltensänderung der Stute zu sein.

Ebenso wenig scheint die Zeugung und das spätere Kennenlernen eines Fohlens Auswirkungen auf das Verhalten eines Wallachs zu einer schwangeren Frau zu haben.

Der regelmäßige Kontakt der rücksichtsvolleren Pferde zu anderen Menschen wird von den Teilnehmerinnen in einem vergleichbaren Rahmen und Umfang dargestellt wie in der Gesamtbetrachtung aller Angaben.

Es fällt auf, dass das rücksichtsvollere Verhalten tendenziell vermehrt von Frauen bis zu 25 Jahren berichtet wird. 100% aller unter 18jährigen und 81% aller 18-25jährigen berichten von einem rücksichtsvolleren Verhalten ihres Pferdes, während die Angaben in den anderen Altersstufen etwa der Verteilung in der Gesamtbetrachtung entsprechen.

Es scheint keine Auswirkungen auf das Verhalten des Pferdes zu haben, ob es sich um die erste oder eine weitere Schwangerschaft handelt, ebenso macht es keinen Unterschied, ob das Pferd bereits eine weitere Schwangerschaft mit der Frau erlebt hat oder nicht.

Es scheint auch nicht darauf anzukommen, an wie vielen Tage pro Woche die Frau Zeit mit dem Pferd verbracht hat oder ob diese Tage im Laufe der Schwangerschaft ggf. reduziert wurden.

Besonders auffällig ist jedoch die Frage nach dem Geschlecht des erwarteten Kindes:
In 46% der Fälle, in denen rücksichtsvolleres Verhalten beobachtet worden ist, erwartete die Frau ein Mädchen, in 26% einen Jungen, 28% konnten es zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht sagen.

Es scheint also, dass auf weibliche Babys im Mutterleib mehr Rücksicht genommen wird als auf männliche.

Eine gesonderte Auswertung im Hinblick auf das Geschlecht des erwarteten Babys zeigt im Übrigen eine ausgewogene Verteilung zwischen Stuten und Wallachen.

Einen Zusammenhang erhöhter Rücksichtnahme des Pferdes in der Schwangerschaft mit den regelmäßigen Unternehmungen von Mensch und Pferd vor der Schwangerschaft scheint es nicht zu geben. Die Aktivitäten der Teilnehmerinnen, die von rücksichtsvollerem Verhalten berichten, entsprechen in etwa den Aktivitäten in der Gesamtbetrachtung aller Antworten.

Das Hauen des Pferdes mit dem Kopf vor den Bauch der Frau scheint unabhängig von der Frage nach der Rücksicht zu betrachten zu sein, da es bei den rücksichtsvolleren Pferden ebenso häufig beobachtet wurde wie in der Gesamtschau der Antworten.

Die Teilnehmerinnen berichten über die rücksichtsvolleren Pferden, dass diese die Nähe ihres Bauches gesucht haben, in ähnlichem Maße wie alle Teilnehmer in der Gesamtschau, so dass hier keine Auffälligkeit zu sehen ist.

Flehmen wird in einem ebenso geringen Umfang (16%) berichtet wie in der Gesamtschau (12%).

Zu 2: Hat dein Pferd während der Schwangerschaft deine ranghöhere Position in Frage gestellt oder sogar die ranghöhere Position übernommen?

12% aller Befragten geben an, dass ihr Pferd während ihrer Schwangerschaft die ranghöhere Position in Frage gestellt oder sogar die ranghöhere Position übernommen hat.

20% dieser Gruppe geben an, dass das Pferd weiteren einschneidenden Veränderungen ausgesetzt war, die die Verhaltensänderung hervorgerufen oder begünstigt haben könnten, z.B. Krankheit oder ein Stallwechsel.

Von den hier beschriebenen Pferde werden 50% im Offenstall, 50% in einer Box gehalten, also ein leicht erhöhter Anteil der Boxenhaltung im Vergleich zur Gesamtbetrachtung aller Antworten.

Es handelt sich in 70% der Fälle um einen Wallach, in 30% der Fälle um eine Stute. Hier sind also die Wallache deutlich in der Überzahl.

35% der Teilnehmerinnen, die von Rangordnungsproblemen berichten, halten dieses Pferd seit mehr als 5 Jahren. Es gibt jedoch auch Angaben zu Rangordnungsfragen von Pferden, die erst 3-5 Jahre (25%), 1-3 Jahre (25%), ½-1Jahr (15%) bei der Besitzerin sind, wobei natürlich insbesondere im letzten Fall die Rangordnungsunsicherheiten nicht zwingend mit der Schwangerschaft zusammenhängen müssen, sondern auch dem Faktor Zeit geschuldet sein können.

Betreffend die Altersstruktur der Pferde fällt auf, dass hier vor allem junge Tiere bis 16 Jahre genannt werden.

Die Auswertung ergibt Pferde im Alter von 0-4 Jahren (20%), im Alter von 4-8 Jahren (20%), im Alter von 8-16 Jahren (50%) sowie Pferde im Alter von 16-24 Jahren (10%).

Keine Teilnehmerin berichtet von einem Pferd, das älter als 24 Jahre ist, jedoch könnte dies auch der relativ geringen Zahl der Antworten bezogen auf Rangordnungsprobleme geschuldet sein.

Die Verteilung der Altersstufen passt jedoch zu den Erkenntnissen in der Auswertung zu 1, bei den Pferden mit Rangordnungsfragen scheint tendenziell eher die altersbedingte Reife des Pferdes noch zu fehlen.

In Bezug auf die genannten Rassen der Pferde ergibt sich hier ebenfalls keine Auffälligkeit.

Nicht ausschlaggebend, aber dennoch zu erwähnen ist, dass auch 2 der Stuten, die während der Schwangerschaft der Frau Rangordnungsfragen gestellt haben, selbst mindestens ein Fohlen bekommen haben.

Es fällt auf, dass von Rangordnungsproblemen tendenziell vermehrt von Frauen zwischen 30-35 Jahren berichtet wird. Die Hälfte aller Angaben bzgl. Rangordnungsproblemen stammt aus dieser Altersstufe.

Es fällt weiterhin auf, dass in der vorliegenden Gruppe im Vergleich zur Gesamtschau die mit dem Pferd verbrachte Zeit vor der Schwangerschaft in etwa übereinstimmt, während der Schwangerschaft jedoch reduziert wurde. So haben beispielsweise in der Gesamtschau 51 % der Befragten vor der Schwangerschaft täglich Kontakt zu ihrem Pferd gehabt, die Teilnehmerinnen in der vorliegenden Gruppe zu 50%. Während der Schwangerschaft haben jedoch in der Gesamtschau immer noch 38% täglich Kontakt gehabt, in der vorliegenden Gruppe jedoch nur noch 15%.

60% der vorliegenden Gruppe berichten, während der Schwangerschaft den Kontakt zum Pferd reduziert zu haben.
Hier könnte es also doch einen kleinen Zusammenhang zwischen der Reduzierung der Zeit mit dem Pferd sowie dessen Verhalten bzgl. einer unsicheren Rangordnung geben.

Interessant ist auch hier wieder die Frage nach dem Geschlecht des erwarteten Kindes:
In 50% der Fälle, in denen Rangordnungsprobleme beobachtet wurden, erwartete die Frau einen Jungen, in 25% ein Mädchen, 25% konnten es zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht sagen.

Die Annahme aus der Auswertung zu 1), dass das Verhalten der Pferde vom Geschlecht des Ungeborenen abhängt, kommt also auch hier auf.

Unabhängig von der Rangordnungsfrage in der Schwangerschaft sind auch hier die üblichen Unternehmungen mit dem Pferd. Die Aktivitäten der Teilnehmerinnen, die von Rangordnungsproblemen berichten, entsprechen in etwa den Aktivitäten in der Gesamtbetrachtung aller Antworten.

Das Hauen des Pferdes mit dem Kopf vor den Bauch der Frau scheint ebenfalls unabhängig von der Frage nach der Rangordnung zu betrachten zu sein, da es bei den die Rangordnung in Frage stellenden Pferden ebenso häufig beobachtet wurde wir in der Gesamtschau der Antworten.

Die Teilnehmerinnen aus dieser Gruppe berichten, dass die Pferde die Nähe ihres Bauches gesucht haben, in ähnlichem Maße wie alle Teilnehmer in der Gesamtschau, so dass hier keine Auffälligkeit zu sehen ist.

Flehmen wird in einem ebenso geringen Umfang berichtet wie in der Gesamtschau.

Interessant ist, dass trotz der ggf. ungeklärten Rangordnungsfrage dennoch 25% der Befragten aus dieser Gruppe angeben, dass das Pferd ihnen gegenüber rücksichtsvoller als sonst gewesen sei.

Die Rangordnungsfrage scheint daher nur bestimmte Lebensbereiche betroffen zu haben, die im Rahmen dieser Auswertung jedoch nicht genauer geschildert werden können.

Eine Teilnehmerin berichtet z.B. im Rahmen des Kommentarfeldes, dass sich ihr Pferd mit fortschreitender Schwangerschaft immer unsicherer mit ihr fühlte.

Zu 3) Hat es plötzlich Aggressionen dir gegenüber gezeigt?

Insgesamt 5 Personen der gesamten Teilnehmerinnen (entspricht 3% der Angaben insgesamt bzw. 25% der Gruppe „Rangordnungsprobleme“), berichten von plötzlichen Aggressionen seitens ihres Pferdes ihnen gegenüber. Diese 5 Teilnehmerinnen berichteten ebenfalls über Rangordnungsfragen, so dass die dortigen Ausführungen hier nicht wiederholt werden sollen.

Zwei Teilnehmerinnen aus dieser Gruppe geben an, dass das Pferd weiteren einschneidenden Veränderungen ausgesetzt war, die die Verhaltensänderung hervorgerufen oder begünstigt haben könnten, z.B. Krankheit oder ein Stallwechsel.

Interessant ist jedoch, dass es sich bei allen Pferden mit Aggressionen gegenüber der Schwangeren ausschließlich um Wallache handelt.

Eine Teilnehmerin berichtet, dass das Pferd auch vor der Schwangerschaft mit dem Kopf vor den Bauch der Frau gehauen hat, die übrigen 4 Wallache haben während der Schwangerschaft damit begonnen. Eines der Pferde hat im ersten Schwangerschaftsdrittel damit aufgehört, die anderen jedoch nicht.

Sämtliche anderen Angaben entsprechen in etwa der Verteilung in der Gesamtschau, auch das Geschlecht des erwarteten Kindes ist gleichmäßig verteilt (2xJunge,2xMädchen,1xunbekannt).

Zu 4: Hat dein Pferd mit seinem Kopf die Nähe deines Bauches gesucht?

51% aller Befragten geben an, dass ihr Pferd während ihrer Schwangerschaft mit dem Kopf die Nähe ihres Bauches gesucht hat.

Von den hier beschriebenen Pferde werden 62% im Offenstall, 38% in einer Box gehalten. Es handelt sich in 47% der Fälle um eine Stute, in 53% der Fälle um einen Wallach, in einem Fall um einen Hengst.

51% der Teilnehmerinnen, deren Pferd die Nähe des Bauches gesucht hat, halten dieses Pferd seit mehr als 5 Jahren. Es gibt jedoch auch Angaben zu rücksichtsvollerem Verhalten von Pferden, die erst 3-5 Jahre (20%), 1-3 Jahre (16%), ½-1Jahr (8%) oder weniger als 6 Monate (5%) bei der Besitzerin sind.

Hier ergibt sich keine statistische Auffälligkeit, da die Verteilung in etwa der Verteilung in der gesamten Umfrage entspricht.

In Bezug auf die Altersstruktur sowie die Rasse der Pferde ergibt sich ebenfalls keine Auffälligkeit.

Bedenkt man, dass 49% aller insgesamt genannten Stuten selbst Fohlen bekommen haben, das Suche der Nähe zum Bauches jedoch in 47% der Fälle eine Stute und in 52% der Fälle ein Wallach gezeigt hat, scheint auch dies hier keine besondere Bedeutung für eine Verhaltensänderung der Stute zu sein.

Ebenso wenig scheint die Zeugung und spätere Kennenlernen eines Fohlens Auswirkungen auf das Verhalten eines Wallachs zu einer schwangeren Frau zu haben.

Der Kontakt der hier beschriebenen Pferde zu anderen Menschen wird von den Teilnehmerinnen in einem vergleichbaren Rahmen und Umfang dargestellt wie in der Gesamtbetrachtung aller Angaben.

Es gibt eine leicht erhöhte Anzahl der Frauen bis 25 Jahre, die berichten, dass das Pferd mit dem Kopf die Nähe des Bauches gesucht hat. Die Angaben in den anderen Altersstufen entsprechen etwa der Verteilung in der Gesamtbetrachtung.

Es scheint keine Auswirkungen auf das Verhalten des Pferdes zu haben, ob es sich um die erste oder eine weitere Schwangerschaft handelt, ebenso macht es keinen Unterschied, ob das Pferd bereits eine weitere Schwangerschaft mit der Frau erlebt hat oder nicht.

Es scheint auch nicht darauf anzukommen, wie viele Tage pro Woche die Frau Zeit mit dem Pferd verbracht hat oder ob diese Tage im Laufe der Schwangerschaft ggf. reduziert wurden.

Auffällig ist bei dieser Frage auch wieder die Frage nach dem zu erwartenden Geschlecht des Menschenkindes, wenn auch etwas weniger deutlich als in der Auswertung zu 2):
In 43% der Fälle, in denen rücksichtsvolleres Verhalten beobachtet worden ist, erwartete die Frau ein Mädchen, in 31% einen Jungen, 30% konnten es zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht sagen.

Es scheint also, dass die Pferde vermehrt die Nähe des Bauches der Frau suchen, wenn diese ein weibliches Baby erwartet.

Die üblichen Unternehmungen mit dem Pferd spielen auch in dieser Gruppe keine tragende Rolle, die Aktivitäten der Teilnehmerinnen, deren Pferde die Nähe des Bauches gesucht haben, entsprechen in etwa den Aktivitäten in der Gesamtbetrachtung aller Antworten.

Flehmen wird in einem ebenso geringen Umfang berichtet wie in der Gesamtschau.

Das Hauen vor den Bauch der Frau oder plötzlich auftretende Aggressionen werden in dieser Gruppe ähnlich oft berichtet wie in der Gesamtschau der Antworten.

Zu 5: Keinerlei beobachtete Veränderungen

Es wurde zusätzlich eine Auswertung vorgenommen, in wie vielen Fällen keinerlei Veränderungen berichtet wurden (d.h. nicht rücksichtsvoller, keine Rangordnungsfragen, keine Aggressionen, kein plötzliches „vor den Bauch hauen“, das Pferd hat nicht die Nähe des Bauches gesucht, kein Flehmen).

Es handelt sich um insgesamt 19 Fälle, also ca.11% aller Befragten.

Bei dieser Gruppe ist auffällig, dass 69% der Frauen, die keinerlei Veränderungen bemerkt haben, älter sind als 30 Jahre.

Das Geschlecht des erwarteten Babys zeigt auch hier eine Abweichung zur Gesamtschau aller Daten: In 53% der Fälle wird ein Junge erwartet, in 32% ein Mädchen und in 16% war bei Teilnahme an der Umfrage noch unbekannt.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Großteil der Pferde (62%) die Schwangerschaft einer Frau bemerkt und unterstützt, in dem es sich besonders rücksichtsvoll verhält. Dieses Ergebnis lässt sich unabhängig von der Intensität der Beziehung zwischen Mensch und Pferd sowie unabhängig vom Pferdetyp und den individuellen Erfahrungen darstellen.

Die einflussreichsten Faktoren scheinen zum einen das Geschlecht des erwarteten Babys, zum anderen das Alter der gebärenden Frau zu sein.

Es scheint, dass auf weibliche Kinder im Mutterleib mehr Rücksicht genommen wird als auf männliche.

Rücksichtsvolleres Verhalten wird vor allem von jüngeren Frauen beobachtet, Rangordnungsprobleme vermehrt von älteren Frauen beschrieben.

Grenzen dieser Umfrage:

Es handelt sich vorliegend nicht um eine wissenschaftliche Arbeit, die Umfrage wurde über die Webseite www.follow-that-dream.de sowie über Facebook veröffentlicht, die Teilnahme erfolgte anonym.

Es wurden mögliche Antworten zur Auswahl vorgegeben, die Einfluss auf eine Verhaltensänderung des Pferdes haben könnten, sowie Antworten, die Indiz für ein verändertes Verhalten jeglicher Art sein könnten.

Es muss noch erwähnt werden, dass das Verhalten der Frau im Rahmen der Schwangerschaft dem Pferd gegenüber auch verändert gewesen sein könnte und damit eine Verhaltensänderung auch beim Pferd ausgelöst hat. Da die Teilnehmerinnen dieser Umfrage die Antworten jedoch nach eigener Einschätzung abgegeben haben, kann dieser Punkt hier nicht näher beleuchtet werden.

Die Fragen zum Verhalten des Pferdes lassen Unterschiede in der Beobachtung und dem Empfinden sowie eine eigene Wertung zu.

Eine persönliche Wertung ist in jeder Antwort enthalten und auch erwünscht.

Es ist nicht zwingend davon auszugehen, dass die 11% der Pferde, bei denen keinerlei Verhaltensänderung festgestellt wurde, die Schwangerschaft nicht bemerkt haben. Es ist durchaus möglich, dass diese Pferd z.B. bereits vor der Schwangerschaft ein rücksichtsvolles Verhältnis zu ihrem Menschen hatten und in der Schwangerschaft der Frau keine Steigerung mehr möglich oder erforderlich war. So wurde es beispielsweise auch in einem ergänzenden Kommentar von einer Teilnehmerin dargestellt.

 

Die Fragen im Einzelnen:

I. Angaben Pferd

1 Wie viele Pferde besitzt du? Bzw. wie viele Pferde versorgst du? (z.B. als Reitbeteiligung)

1 Pferd

2 Pferde

3-5 Pferde

5-10 Pferde

>10 Pferde

 

2 In welcher Haltungsform lebt das Pferd/die Pferde?

Offenstall

Box mit täglich Ausgang mit der Herde

Box mit Paddock und täglich Ausgang

reine Boxenhaltung

 

3 Welches Geschlecht hat das Pferd, zu dem du die engste Bindung hast?

Stute

Wallach

Hengst

 

4 Wie lange hast du dieses Pferd? Wie lange versorgst du dieses Pferd schon?

seit weniger als 6 Monaten

½ – 1 Jahr

1-3 Jahre

3-5 Jahre

länger als 5 Jahre

 

5 Wie alt ist dieses Pferd?

0-4 Jahre

4-8 Jahre

8-16 Jahre

16-24 Jahre

älter als 24 Jahre

 

6 Welcher Rasse gehört dieses Pferd an?

 

7 Hat deine Stute bereits ein Fohlen zur Welt gebracht?

ja

nein

weiß nicht

 

8 Wenn ja, wie viele Fohlen?

1

2

3

mehr als 3

 

9 Hat dein Hengst/Wallach bereits ein Fohlen gezeugt UND es nach der Geburt kennenlernen dürfen?

ja

nein

 

10 Hat dein Pferd regelmäßig Kontakt zu Stuten mit Fohlen? (z.B. Zuchtstall)

ja

nein

 

11 Hat dein Pferd regelmäßig Kontakt zu weiteren Menschen?

nein

ja, zu meinem/r Partner/in

ja, zu(m) Pfleger(n)

ja, beim Füttern

ja, beim Raus- und Reinbringen

ja, im Beritt

ja, Reitbeteiligung(en)

ja, zu Reitschülern

ja, zum/r Besitzer/in

 

II. Angaben Besitzerin bzw. Reitbeteiligung

 

12 Wie alt bist du?

<18

18-25

25-30

30-35

>35

 

13 Um deine wievielte Schwangerschaft handelt es sich?

1

2

3

4 oder mehr

 

14 Hat dein Pferd bereits eine weitere Schwangerschaft mit dir erlebt?

ja

nein

Es war/ist meine erste Schwangerschaft

 

15 Wie oft pro Woche hattest du VOR der Schwangerschaft in der Regel Kontakt zu deinem Pferd?

1-2 Tage

3-4 Tage

5-6 Tage

jeden Tag

 

16 Wie oft pro Woche hast/hattest du WÄHREND der Schwangerschaft in der Regel Kontakt zu deinem Pferd?

1-2 Tage

3-4 Tage

5-6 Tage

jeden Tag

 

17 Erwartest/Erwartetest du einen Jungen oder ein Mädchen?

Junge

Mädchen

weiß noch nicht

 

3. Angabe Verhalten

 

18 Was hast du VOR der Schwangerschaft regelmäßig mit deinem Pferd gemacht? regelmäßig = mind. 2x pro Monat

Reiten Dressur

Reiten Western

Reiten Freizeit

Reiten ohne Zaumzeug

Springen

Bodenarbeit

Horsemanship

Freiheitsdressur

Kutschefahren

Spazieren gehen

Sonstiges

 

19 Was hast du WÄHREND der Schwangerschaft regelmäßig mit deinem Pferd gemacht? regelmäßig = mind. 2x pro Monat

Reiten Dressur

Reiten Western

Reiten Freizeit

Reiten ohne Zaumzeug

Springen

Bodenarbeit

Horsemanship

Freiheitsdressur

Kutschefahren

Spazieren gehen

Sonstiges

 

20 Hast du während der Schwangerschaft den Kontakt zu deinem Pferd reduziert? z.B. weniger Tage/Woche, Reitbeteiligung, „Steh-Tage“

ja

nein

 

21 Hat sich das Verhalten deines Pferdes während deiner Schwangerschaft verändert?

ja

nein

kann ich nicht sagen

 

22 Wenn ja, gab es weitere einschneidende Veränderungen, die dies verursacht haben könnten? z.B. Stallwechsel, Krankheit, Veränderung in der Herde

ja

nein

 

23 Hat sich die Intensität eurer Beziehung während der Schwangerschaft verändert? positiv oder negativ

ja

nein

 

24 Hat dein Pferd VOR deiner Schwangerschaft z.B. beim Putzen öfter mit seinem Kopf vor deinen Bauch gehauen? absichtlich oder unabsichtlich

ja

nein

 

25 Hat es damit während deiner Schwangerschaft begonnen?

ja

nein

 

26 In welchem Schwangerschaftsdrittel hat es damit aufgehört?

1.Drittel

2.Drittel

3.Drittel

gar nicht

 

27 Hat dein Pferd mit seinem Kopf die Nähe deines Bauches gesucht?

ja, 1.Drittel

ja, 2.Drittel

ja, 3.Drittel

nein

 

28 Hat es während der Schwangerschaft in deiner Gegenwart öfter geflehmt?

ja

nein

 

29 War es während deiner Schwangerschaft dir gegenüber rücksichtsvoller als sonst?

ja

nein

 

30 Hat dein Pferd während der Schwangerschaft deine ranghöhere Position in Frage gestellt oder sogar die ranghöhere Position übernommen?

ja

nein

 

31 Hat es plötzlich Aggressionen dir gegenüber gezeigt?

ja

nein

 

 

Interesse an weiteren Einzelheiten dieser Umfrage?
Die Datei mit sämtlichen Original-Antworten kann unter Umfrage@follow-that-dream.de angefordert werden.

 

 

Vielen Dank an Arlett Vallon für das tolle Foto!